Umverteilung – keine Lösung !

Zur Zeit besitzen, grob gesagt, die reichsten 10% der Weltbevölkerung 85% des weltweit vorhandenen Vermögens, während sich 1% dieses Vermögens sich auf die ärmsten 50% der Menschen verteilt. Dieses Vermögen ersterer ist aber nicht nur in Form von realem oder virtuellem Geld vorhanden (Geld, das nur als Zahlen im Computer dem Eigentümer zugeordnet sind: Wertpapiere, Aktienfonds, Bankkonten, stille Beteiligungen an Unternehmen, etc. - Dinge die Zinsen bringen, Rendite). Es drückt sich auch in der Menge und des Wertes von materiellen Gütern aus. Zum Beispiel teure Autos, ein teures großes Haus mit viel Grundstück, eine teure Yacht, eigenes Flugzeug und ähnlichem.

Damit man sich diese abstrakten Zahlen besser vorstellen kann, eine kleine Vereinfachung:
Nehmen wir an, eine Gruppe von genau 100 Menschen haben zusammen genau 100 Euro. Theoretisch wäre das für jeden Menschen genau 1 Euro. Tatsächlich aber besitzen 10 Menschen in dieser Gruppe zusammen rund 85 Euro. Das macht für jeden 8,50 Euro
50 Menschen in dieser Gruppe müssen sich 1 Euro teilen. Das macht für jeden genau 2 ct. Die restlichen 40 Euro verteilen sich ungleichmäßig auf die übrigen Mitglieder der Gruppe.

Noch etwas einfacher, und das können sie sogar praktisch durchführen: Nehmen Sie an, sie müssten 1 Lieter Wasser auf 20 Gläser verteilen. Klar: in keines der Gläser kommt viel rein. Jetzt sollen sie aber 4 Gläser davon ganz voll füllen. Logisch, dass für die übrigen Gläser noch weniger bleibt. 

In der Realität haben wir es aber nicht mit 100 Euro zu tun, sondern mit 100% des Weltvermögens, von dem 85% im Besitz von 10% der Weltbevölkerung sind. 1% des Weltvermögens müssen sich 50% der Weltbevölkerung teilen.

Nun gibt es, vor allem bei vielen politisch linken Strömungen, die Vorstellung, es sei nur eine Frage der Verteilung. Und wenn man Gesetze erlässt, welche eine Umverteilung von Reich nach Arm bewirken würden, wäre das das Ende der Armut. Daran hege ich Zweifel.

Nehmen wir an, dass diese Umverteilung tatsächlich beschlossen würde. Ein solcher Beschluss kann nur rein hypothetisch sein, weil auch die Weltpolitik soweit von der Wirtschaft abhängig ist, dass nicht die Politik die Interessen der Menschen, der Bürger, vertritt (was sie übrigens noch nie getan hat), sondern einzig und allein die der Wirtschaft, also im Interesse von deren Profite, Gewinne, Renditen.

Aber lassen wir uns einmal von unserer Phantasie hinreißen. Nehmen wir an, die Mächtigsten Regierungen wären von Reformisten durchtränkt und sie würden eine solche Umverteilung beschließen. Ziel ist es ja, jedem arbeitenden Menschen ein "vernünftiges" Einkommen zu bescheren, von dem er leben kann. Gedacht ist, für jeden das durchschnittliche Gehalt eines Facharbeiters zu erreichen. Und nehmen wir auch den utopischen Fall der Vollbeschäftigung an, der selbst in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg und bei ausgehungerten, brach liegenden Märkten sowie massivstem Bedarf an Gütern nur annähernd erreicht wurde. Aber nehmen wir diese kapitalistische Idealvorstellung an und betrachten wenigstens 2 von vielleicht mehreren Varianten. Wie sollte das nun vor sich gehen?

Vielleicht durch eine

Einmalige Umverteilung


Oder eine

Permanente Umverteilung


Keine romantisch verklärte Umverteilung würde funktionieren und allen Menschen einen ausreichenden Lebensstandard bieten, der eine Selbstversorgung sichern würde. Kein Gesellschaftssystem, das an der Abhängigkeit der Menschen von einem Einkommen, also Lohnarbeit, festhält, wird das auch tun, weil das ungleichgewicht zwischen Preis und Lohn, sowie die Vermögensverschiebung bei jedem Handelsgeschäft immer wieder zum selben Ergebnis führt. Wenige Reiche, viele Verarmte, der Rest dazwischen und mit sinkender Zahl bei steigendem Lebensstandard auf Kosten der ärmeren.

Eine funktionierende Form des Zusammenlebens ermöglicht allen Menschen einen Platz zum Leben und erhält die Erde als Lebensraum. Der Handel tut das nicht!