Die Nation

- vorläufiger Text -

Die Nation ist ein wirtschaftliches Konstrukt. Die Natur hat sicher unterschiedliche Regionen mit unterschiedlichen Lebensbedingungen geschaffen. Daher haben sich auch die Menschen, die dort jeweils leben, unterschiedlich entwickelt. Es haben sich je nach Region unterschiedliche Bräuche und Traditionen etabliert, welche meistens den Lebensbedingungen geschuldet waren. Man kann hier von Kulturen sprechen. In der weiteren Vergangenheit hab es Sippen und Stämme, die häufig weitläufig miteinander verwand waren. Später fanden sich Dorfgemeinschaften, in denen die Verwandtschaftlichkeit zunehmend schwand (und noch verschwindet).

Wer hier nun an die Dorfgemeinschaft und da Eindringen von Fremden denkt, liegt nicht falsch. Dieses Gruppendenken beispielsweise, nutzen Nationalisten und Faschisten, um Feindblider aufzubauen, Menschen zu spalten. "Die und Wir"! Chauvinismus wird gefördert.

Während aber Stämme gewachsen sind, sind es Nationen nicht. Sie sind erzwungen. Ihre Geschichte zeigt, dass sie zur Verwaltung von Ressourcen, von Rohstoffen, Produktionsstätten, Menschen und Märkten dienen. Vor allem aber zur Kontrolle von Geldflüssen. Sie werden geschaffen, um ein übersichtliches Verwaltungsgebiet zu haben und mit anderen Verwaltungsgebieten zu konkurrieren, um das monetär-wirtschaftliche Wachstum zu fördern. Die Nation ist ein Mechanismus um Menschen zur Stützung einer elitären, chauvinistischen Obrigkeit zu bringen und sich deren Willen zu unterwerfen. Wird sich dem verweigert, wird mit dem Entzug von Geld und damit von Lebensfähigkeit gedroht, oder mit der Anwendung des Gewaltmonopols des Nationalstaates.
Das Bestehen einer Nation gründet damit auf Zwang und Gehorsam.

Eine Nation ist unabhängig von der Sprache und ihrem Verbreitungsgebiet. Die Vorstellung, dass sich in eine Nation Menschen einer Sprache und einer Kultur umfasst, ist widerlegbar und überholt. Sie hat sich vermutlich aus der NS-Propaganda erhalten. Es gibt Nationen mit mehreren Nationalsprachen. Sprachen sind oft über nationale Grenzen hinweg verbreitet. Sprachen haben also nichts mit Nationen zu tun.

Vielfach missbrauchtes Gruppendenken

Dass der Mensch zu einer Gruppe gehören will, ist ein seit Jahrtausenden begleitendes Verhalten. In einer Menschengruppe überlebt es sich leichter. Werden Gruppen größer, schließen sich Menschen in Gruppen innerhalb der Gruppe zusammen, vielleicht um Ressourcen besser zu nutzen oder wegen gemeinsamer Interessen. Der häufigste Fall aber ist das Zusammenleben als Familie innerhalb der Gruppe.

Damit das Individuum Mensch als Gruppe leben kann, gibt es in den meisten Gruppen Verhaltensregeln. Davon ist die Regel, sich gegenseitig leben zu lassen, noch die einfachste und offensichtlichste.

Diese Neigung, sich geschriebene und ungeschriebene Regeln zu geben, wird von wenigen missbraucht, um sich hervorzuheben. Dieses "hervortun" ist selten besonderer Fähigkeiten geschuldet, sondern eher der Angst, den Anschluss zu einer Gruppe zu verlieren. Dass allerdings auch der Anführer einer Gruppe sehr allein sein kann und gegebenenfalls aus der Gruppe ausgeschlossen werden kann, wird meist nicht bedacht.