Tauschhandel - Ware gegen Geld

Das ist die Form des Tauschhandels, die uns am Geläufigsten ist. Sie begegnet uns täglich tausendfach. Ist in einer handelnden Gesellschaft Geld im Spiel, so hat Geld 3 Hauptfunktionen:

  1. Zahlungs-, Zirkulationsmittel, abstraktes, universelles Tauschmittel.
  2. Wertmaßstab
  3. Wertspeicher

(http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_109.htm, http://de.wikipedia.org/wiki/Geldfunktion)

Zahlungsmittel

Die erste Funktion ist hinlänglich bekannt und wird auch so erlebt. Es benötigt keiner Frage mehr, ob Interesse an der Leistung besteht die man besitzt, wenn diese Geld ist. Dennoch ist ihr Besitz erforderlich. Geld, das man nicht besitzt, kann man nicht ausgeben. Hier muss allerdings zwischen Besitz und Eigentum unterschieden werden. Geld aus einem Kredit besitzt man nur, es gehört einem nicht, man hat kein Eigentum daran. Schließlich muss es ja zurückgezahlt werden. Das ist das, was viele Kreditnehmer vergessen (Schuldenfalle). Erst dann, wenn man Geld besitzt, welches einem nicht gehört, gibt es eine Schuld. Und erst dann kommen die Effekte von Schuld und Zins zum Tragen. Vorher nicht!

Wie erlangt man Eigentum an Geld? Nun, Geld ist Tauschmittel. Zwar ein universelles, weil der Nutzen dieses Gutes in seinen Funktionen liegt. Um an diese Leistung zu kommen, muss, genau wie bei jedem Tauschhandel, eine Gegenleistung erbracht werden. Lohnarbeit, also der Verkauf von Arbeitskraft, ist eine der gängigsten, bekanntesten und häufigsten Tauschgeschäfte, um Eigentum an Geld zu erwerben. Viele Menschen haben nichts anderes als ihre Arbeitskraft, die sie verkaufen können. (siehe Anmerkung 1) 

Wertmaßstab

Die zweite Funktion nehmen wir als Preis wahr. Mit dem jeweiligen Preis wurde eine Ware bewertet. Zwar nicht willkürlich, sondern anhand von Selbstkosten, dem Preis der Konkurrenten und auf Grund von Erfahrungen bezüglich der Zahlungsbereitschaft der Kunden für diesen Preis, oder durch Preisdiktat gemäß der Preispolitik des Herstellers. Aber er wurde eben der Leistung zugewiesen.

Ob dieser verabreichte Wert auch dem subjektiven "Wertempfinden" der potenziellen Kunden entspricht, sei dahin gestellt. Der Preis entspricht dem, was Kunden regelmäßig bereit sind für eine Leistung zu zahlen. Wenn ein Kunde oder eine größere Menge von Kunden nicht bereit ist, einen bestimmten Preis für eine bestimmte Leistung zu zahlen, ist der Preis vielleicht zu hoch. Vielleicht wird die Leistung aber auch anhand eines zu niedrigen Preises, die Qualität der Leistung, als nicht ausreichend angesehen. Preispolitik ist, neben Werbung, ein Teil des Marketings, worauf einige Unternehmen enorm großen Wert legen - siehe Wikipedia: Marketing, Marketing Mix).

Wertspeicher

Die dritte Funktion des Wertspeichers gilt nur bedingt, bezieht man die Inflation in die Betrachtung mit ein. Diese Wertminderung des Geldes ist aber gewollt und sollte eigentlich derart Maßvoll geschehen, dass sie für die Betrachtung eines einzelnen Handelsgeschäftes zunächst unerheblich ist. Eine zu hohe Inflation schadet dem Wachstum bzw. der Wirtschaft genauso wie eine zu niedrige Inflation, eine Stagflation oder gar eine Deflation (Begriffserklärungen siehe Wikipedia).

Für die Betrachtungen dieser Webseite genügt es zu wissen, dass Inflation eben eine beabsichtigte Wertminderung des Geldes darstellt. Das heißt, dass die Kaufkraft des Geldes schwindet. Ein Käufer bekommt für die gleiche Summe Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt weniger Ware als zu einem vorherigen Zeitpunkt. Beispiel: ein 30g Semmel kostete vor 10 Jahren weniger als heute. Oder die Semmel kostet genauso viel, hat aber keine 30g mehr, sondern nur noch 25g.

Diese Inflation ist nicht nur Teil des aktuellen Geldsystems, sondern auch Teil der Logik des Handels selbst. Geld ist zwangsläufig immer inflationär, unabhängig von der Währung. Viele Menschen sehnen sich nach D-Mark oder Schilling zurück, weil man dafür mehr bekam. Das ist richtig: man bekam zum damaligen Zeitpunkt mehr. Ein naiver Irrtum ist, dass man heute genauso viel dafür bekommen würde, dass die alten Währungen mehr Wert wären (einen größeren Tauschwert besäßen).

Bereits hier wird mit logischer Überlegung deutlich, dass es das Geld bzw. der Handel ist, der Armut schafft. Denn:

Ein Grund für die Inflation ist die Geldmenge im Verhältnis zu den erbrachten Leistungen. Wenn die Inflation in einem gewissen Rahmen gehalten werden soll, so darf die Geldmenge im Verhältnis zu den tatsächlich erbrachten Leistungen (z. B. Menge aller produzierten Güter) nur im richtigen Maß steigen und wird daher begrenzt. Wenn aber die Unternehmen jedes Jahr ihre Gewinne und Umsätze steigern sollen, also mehr Geld (als Kapital) anhäufen sollen, die Geldmenge aber begrenzt ist, muss das Geld ja irgendwo herkommen.
Sicher soll das Kapital angelegt werden, damit es Rendite trägt, also noch mehr Geld in das Eigentum des Anlegers befördert und zwar jedes Jahr mehr. Aber wenn die Geldmenge, auch die fiktive, begrenzt bleiben soll und sich nur langsam erweitern, woher soll dann das ganze Geld kommen, wenn nicht von der Masse?

Wenn aber die Masse nun kein Geld mehr besitzt, kann sie auch nichts mehr zahlen. Wenn die Masse so hoch verschuldet ist, dass sie nirgendwo mehr Kredit bekommt, kann sie auch nichts mehr kaufen.

Anmerkung 1:

Einige Menschen meinen, dass Arbeitskraft bei Lohn- bzw. Erwerbsarbeit nur verliehen bzw. vermietet wird. Es ist ein Standpunkt. Ich bin der Meinung, dass diese verausgabte Arbeitskraft und Arbeitszeit eines tätigen Arbeiters nicht mehr zurückgeholt werden kann. Arbeitszeit ist Lebenszeit. Und so wie die Vergangenheit Vergangenheit ist und nicht mehr zur Zukunft werden kann, so ist am Feierabend diese Lebenszeit, welche gerade auch gleichzeitig Arbeitszeit war, vorbei und vergangen. Auch die verausgabte Kraft ist eben verausgabt und muss durch Regeneration, durch Entspannung und Nahrungsaufnahme, wieder 'aufgefüllt' werden. Eine Wohnung, ein Fahrzeug oder sonst ein Gegenstand, der verliehen oder vermietet wird, geht auch irgendwann wieder an den Eigentümer zurück. Mit verausgabter Arbeitskraft und gelebter Arbeitszeit dürfte das schwierig werden. Daher wird Arbeitskraft von einem Arbeiter verkauft - meine Meinung.