Was dann?

Bezug: Vortrag vom 21.01.2011 von Claus Peter Ortlieb in der Akademie der Wissenschaften in Wien.

Es ist keine Frage mehr ob, sondern lediglich die Frage wann der Kapitalismus an sich selbst zu Grunde geht. Darin sind sich immer mehr Akademiker einig. Auch wenn die Lehren der Wirtschaftswissenschaften immer wieder nach Ausreden, Beschönigungen suchen und versuchen, mit dem Herunterspielen der systeminternen kapitalistischen Widersprüche uns einen funktionierenden Kapitalismus einzureden. Das fatale daran ist, dass die meisten dieser Kapitalismusprediger auch noch selbst glauben was sie sagen. Von deren Standpunkt aus kann man nicht einmal behaupten, dass sie lügen. Das dem so ist, beweist die geringe Anzahl von Wirtschaftsstudenten, die sich offen zum Kommunismus, zum Sozialismus oder sogar zur Solidarökonomie bekennen. Würden diese über das, was sie gelernt haben ausführlich nachdenken (dazu müssen sie noch nicht einmal Marx gelesen haben), würde es kaum welche geben, die sich nicht mindestens zu einer anderen, sozialeren Gesellschaftsform bekennen und sich vom Kapitalismus abwenden.

Dass der Kapitalismus dem Ende zugeht, wird für immer mehr Menschen zur feststehenden Tatsache. Doch Immer wieder höre ich auch von Menschen, dass sie nicht wissen, wie das nach dem Kapitalismus weitergehen soll. Aber die Lösung hierfür scheint zunächst recht einfach: Weg mit dem Handel.

Aber das allein ist nur die Hälfte des Weges. Die andere liegt in uns, in unserem Denken. Wir müssen uns befreien von der Tauschhaltung, vom Bewerten. Wir müssen uns öffnen für die Belange anderer ohne uns selbst zu verlieren, ohne nur oder hauptsächlich an unseren Vorteil zu denken. Eine schwierige Arbeit an sich selbst.