Geld schafft Armut

Warum gibt es Armut? 

Weil es Reichtum gibt. Es gibt Armut, weil es Reichtum gibt und Reichtum, weil es Armut gibt. Es gibt das Eine nicht ohne das Andere. Armut und Reichtum gibt es, weil es Geld gibt. Denn Reich nennen wir im Allgemeinen jemand, der sich z. B. alles kaufen kann. Er ist also reich an Geld.

Sicher muss Reichtum nicht ausschließlich auf Geld bezogen werden, aber da es auf dieser Seite um Handel geht, betrachten wir den Geldreichtum. Und dieses Geld trennt die Menschen in Arme und Reiche. Dabei ist es das Geld an sich. Nicht eine bestimmte Währung, nicht ein bestimmtes Geldsystem, das nur etwas über die Verteilungsmodalitäten aussagt. Das Geld höchst selbst, und zwar jedes Geld, teilt die Menschen, entzieht sich Vielen und sammelt sich bei Wenigen.

Wie geschieht das? 

Durch Handel. Richtig, es gibt den Tauschhandel, in dem Ware gegen Ware, Leistung gegen Leistung getauscht wird, ohne deklariertes Geld. Aus den Erzählungen der Kriegs- und Nachkriegszeiten erkennen wir aber, dass im Tauschhandel immer ein Medium die Geldfunktion übernimmt. Zum Beispiel Zigaretten, Kaffee oder ähnliches (vgl. Karl Marx, "Das Kapital", I/3 ff - http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_049.htm#Kap_1_3).

In Geld wird Leistung bzw. Wert gespeichert (eine Funktion des Geldes: Wertspeicher neben den Funktionen Wertmaßstab und Zahlungsmittel; nach Marx). Geld wird ausschließlich dazu verwendet, Handel zu betreiben. Auch das Sparen ist nichts weiter als der Versuch, Tauschwert zu bewahren und anzuhäufen. Entweder um auf finanzielle Engpässe vorbereitet zu sein oder um teurere Anschaffungen zu tätigen.
Ein Handelsgeschäft mit der Form Ware gegen Geld bzw. Geld gegen Ware ist somit nichts anderes als eine Form des Tauschhandels.

Bei dieser Form wird allerdings sehr deutlich, wie Handel Armut und Reichtum schafft. Das geschieht zwar bei jeder Form von Handel, aber bei dieser wird es sehr offensichtlich. Betrachten wir die Dinge genauer und führen dazu zwei fiktive Personen ein: Anna und Bruno. Zudem sei gesagt, dass in den folgenden Beispielen Besitz gleich Eigentum bedeutet, wenn nicht explizit anders erwähnt.