Wohnen

Die Vorstellung von Menschen, wie und wo sie wohnen wollen, sie den Platz zum Leben gestalten wollen, den sie ihr Zuhause nennen, ist sehr unterschiedlich. Es ist nicht davon auszugehen, dass alle Menschen ein Häuschen im Grünen haben wollen. Manche lieben den Umtrieb der Stadt, die relative Nähe von Versorgungseinrichtungen, von Versammlungs- und Veranstaltungsplätzen und -stätten. Andere wiederum lieben die Abgeschiedenheit, die Nähe zur Natur, weit ab von größeren Ansammlungen von Menschen. Dazwischen gibt es noch viele Schattierungen und Facetten, wie Menschen leben und zusammenleben wollen. Ich hoffe, dass die Gemeinschaft dieser Vielfalt keine größeren Einschränkungen auferlegt, soweit sie irgendwie tragbar ist.

Zunächst soll sich jeder seinen Platz zum Leben aussuchen dürfen, sofern sich dort nicht schon jemand anderes niedergelassen hat. Jeder bekommt so viel Platz wie er braucht. In vielen Bereichen werden Kompromisse erforderlich sein. Da die Versorgung (vermutlich) hauptsächlich über Versorgungslager geschieht, deren Größe sich daraus bestimmen wird, wie viele Menschen in solches Lager zu versorgen hat, werden sich um solche herum wahrscheinlich die meisten Menschen niederlassen. Klar ist, dass nicht bei jedem Einsiedlerhaus ein großes Lager stehen kann. Andererseits wird der Arbeitsaufwand für ein solches Lager allein seine Größe auf das Notwendigste beschränken.

Menschen, weit ab von wenigstens kleineren Gemeinschaften, werden sich daher selbst ein Lager schaffen müssen und dürfen, das sie selbst betreuen und darauf achten, keine Ressourcen zu verschwenden. Die Automatisierung kann auch dort endlich das tun, wofür sie eigentlich entwickelt wird: Menschen zu unterstützen.

Doch auch die Menschen, die sich selbst isolieren, können auf Dauer nicht ohne eine Gemeinschaft leben. Jene Gemeinschaft wird darüber entscheiden, wie sie miteinander und mit einzelnen, auch Einsiedlern, leben will. Wenn das Prinzip, der Grundsatz, Achtung und Respekt vor jedem Leben und jedem Lebewesen zu haben, verinnerlicht ist, sollte es zu keinen Repressionen kommen.

Wie wird gebaut? 

Das ist genauso schwierig zu beantworten, wie die Frage nach dem Individualverkehr. Der 3-D-Drucker scheint das zukünftige Bauen zu revolutionieren. Bis jetzt sieht es aber nicht so aus, als wären Hochhäuser damit zu realisieren. Jaque Fresco vom Venus-Projekt der Zeitgeist-Bewegung ist Architekt und sieht in seinen Überlegungen modulare Wohnheinheiten in Serienfertigung. Je nach "Serie" sind sie für zusammengefasste oder für sehr individuelle, vereinzelte Wohneinheiten gedacht. Hierfür wären wieder riesige 3-D-Drucker denkbar. Serienfertigung widerspricht nicht einer ausgeprägten Individualität, die sich in einem vorgegebenen Rahmen bewegt. Auch heute gibt es bereits viele Normen, die beim Bauen eingehalten werden müssen: Rohre, Leitungen, Geschoss- und Bauhöhen, Anschlüsse an öffentliche Netze, etc. Und dennoch gibt es sehr individuell gestaltete Häuser. Die Vorgabe gewisser Rahmenbedingungen muss nicht gleichförmigkeit bedeuten. 

Aber auch diese Vision ist nur eine Vermutung über bzw. eine Anregung für das Bauen in der Zukunft, wie Jaque Fresco selbst sagt. Kaum anzunehmen, dass jemand konkret sagen kann und wird, wie das Gestalten von Wohnraum vor sich geht.

Vieles wird auch von ein Entscheidungswegen und Entscheidungsträgern abhängen. Im Idealfall wären es Räte, bestehend aus den Menschen der Umgebung, wo immer man sich niederlassen möchte, mit denen sich der Begehrende abspricht.